Bonität und Zinsen bei Kreditaufnahme – gibt es da einen Zusammenhang?

Die Bonität eines Kunden ist in Kurzform ausgedrückt die finanzielle Zuverlässigkeit des Unternehmens. Gerade in den jetzigen Zeiten günstiger Kredite und guter Wirtschaftslage sollte ein Unternehmen seine Einflussmöglichkeiten auf diesen wichtigen Faktor im Auge behalten. So kann sich bereits jetzt auf zukünftige Investitionen vorbereitet werden. Aufgrund der Richtlinien Basel III sind die Banken dazu gezwungen, eine risikoabhängige Eigenkapitalunterlegung zu fordern. Die Bonität ist einer der Faktoren, die diese Risikoeinschätzung beeeinflusst.

 

Doch was beeinflusst die Bonität:

- Umsatz und Umsatzentwicklung

- Eigenkapitalquote

- Kunden- und Lieferantenstruktur

- Cashflow

- Rentabilität

- Management

- Kontoführung

- strategische Planung (Planungsunterlagen, Nachfolge bei Unternehmern ab 55)

- Kommunikation mit Hausbank

Da die Bonität direkten Einfluss auf die Zinsen hat, kann durch ein strategischen Bonitäts- und Rankingmanagement zukünftig Geld gespart werden.

Als ersten Anlaufpunkt sollten Unternehmen bei ihrem Finanzinstitut ihr eigenes Rating erfragen. Um dies einschätzen zu können, nutzen Sie gern unsere Übersicht. Weiterhin wird auch von Lieferanten auf unterschiedliche Auskunfteien zurückgegriffen. Dies sind u.a.

- Schufa (Privatpersonen) https://www.schufa.de/de/

- Creditreform https://www.creditreform.de/mitgliedschaft/online-services/eigenauskunft.html

- Bürgel https://www.crifbuergel.de/de/kontakt/selbstauskunft

- Euler Hermes http://www.eulerhermes.de/Pages/default.aspx

Gem. § 34 Absatz 8 Satz 2 BDSG „kann der Betroffene einmal je Kalenderjahr eine unentgeltliche Auskunft in Textform verlangen“. Diese sollten Sie anfordern und mit Ihrem Steuer- oder Unternehmensberater diskutieren und Maßnahmen zur Verbesserung einleiten.

Rating.png

 

Stufe 1:          

sehr gute bis gute Ratingstufe, für alle Banken als Kunde interessant, sehr gute Verhandlungsposition in Kreditgesprächen

 

Stufe 2:          

gute bis befriedigende Ratingstufe, gute Verhandlungsposition in Kreditgesprächen, interessant auch für andere Banken

 

Stufe 3:          

befriedigendes Rating, höhere Sicherheitengestellung notwendig als mit Stufe 2, Verhandlungsposition „noch gut“

 

Stufe 4:          

ausreichendes Rating, deutliche höhere Anforderungen an Unterlagen und Sicherheiten, Überprüfung Finanzierungssituation und Unternehmensstruktur empfehlenswert

 

Stufe 5:          

Übergangsbereich, kritischer Bankenblick auf ihr Unternehmen, höhere Zinsen, hohe Besicherung, Verhandlungsposition stark eingeschränkt, Gefahr von Kreditablehnung

Empfehlung: offensiv das Gespräch mit der Bank suchen und dieses Gespräch mit Unterstützung eines Dritten vorbereiten, Analyse der Unternehmensstruktur, eventuell in Eigeninitiative ein Sanierungskonzept erstellen lassen

 

Stufe 6:          

ungenügende Ratingnote, Bank sieht hohes Kreditausfallrisiko bezieht Möglichkeit der Insolvenz schon mit ein, Sicht von Bankenseite sehr skeptisch, Übergabe innerhalb der Bank an „Sanierungsabteilung“ oder „Intensivbetreuung“, Neukreditierung oder Änderung der bestehenden Kredite nur mit einer positiven Fortführungsprognose und der Bescheinigung der Sanierungsfähigkeit

 

Stufe 7:          

Sanierungsengagement bzw. Insolvenzreife erreicht

Empfehlung: Gespräch mit Fachberatern zum Thema gerichtliche Sanierung und Insolvenzplanverfahren (z.B. Concept Nord)

Finanzierungsvolumen 2018

eingeholte
Zuschüsse

10.000 €

eingeholte Zuschüsse Icon
vermitteltes
Finanzierungsvolumen

1.676.000 €

vermitteltes Volumen Icon
vermitteltes
Investorenkapital

426.000 €

vermitteltes Investorenkapital Icon