Existenzgründung - Finanzierung vs. Gründer – was passt wann zu wem? -

Eine der größten Hürden für die meisten Gründer ist in der Frühphase an Kapital zu kommen. Wenn die staatlichen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft sind oder nicht passen, müssen meist private Kapitalgeber her.

Nicht unrelevant sind hier unter anderem die Branche, aber auch in welcher Phase sich das Start-Up befindet.

Am leichtesten haben es diejenigen, die sich mit einem bewährten Geschäftskonzept selbständig machen wollen, etwa mit einer Physiotherapie-Praxis. Wer zusätzlich Sicherheiten, keine negativen Schufa-Einträge, und bereits Umsätze vorweisen kann, der bekommt in den meisten Fällen einen Kredit von seiner Bank. Vorweg sei deutlich gesagt: Einen Kredit für Selbstständige ohne Eigenkapital zu erhalten, ist deutlich schwieriger, als wenn bei der Gründung auch eigenes Geld eingebracht wird. Eine Bitkom-Studie ergab, dass Startups, die älter als fünf Jahre alt sind, deutlich weniger Probleme haben bei der Kreditaufnahme.[1] Ausreichende Sicherheiten sind beim Kredit für Selbstständige immer eine Grundvoraussetzung für die Vergabe, auch wenn Ihr Geschäftskonzept die Geldgeber überzeugt. Banken akzeptieren als Sicherheiten für den Kredit beispielsweise Bürgschaften durch Dritte oder Sachwerte, wie Immobilien. Aber auch Maschinen, Waren oder Wertpapiere können als bankübliche Sicherheiten, zum Beispiel in Form einer Sicherungsübereignung, für den Kredit hinterlegt werden. Allerdings setzt die Bank in der Regel stets nur einen Teil des aktuellen Werts für die Berechnung der Sicherheiten an. Damit der Kredit zur Existenzgründung nicht an unzureichenden Sicherheiten scheitern muss, gibt es Bürgschaftsbanken der Länder.

Ungleich schwerer haben es diejenigen mit wirklich neuen Ideen. Meist gilt, was die Banken nicht verstehen und kalkulieren können, das finanzieren sie eher nicht. Dies gilt gerade für innovative Unternehmen, die vielleicht nur einen Prototyp vorweisen können. Meist erwarten die Banken schon im Erstgespräch die Aushändigung eines vollständigen und bankenfähigen Businessplanes mit Drei-Jahres-Finanzplanung. Bei Startups ist dies schwierig, da weder Gründer noch Bankberater auf Erfahrungswerte zurückgreifen können. Umso wichtiger ist eine anschauliche Darstellung des eigenen Marktes, der Wettbewerber und des Geschäftsmodells. Das in der Startup-Szene favorisierte Pitchdeck reicht hier nicht. Für innovative Gründer sind die Wege leider oft weiter lang und steinig. Vor allem, wenn laufende Kosten wie Personalkosten oder Marketing durch eine Finanzierung getragen werden müssen. Da diese Kosten nicht im Anlagevermögen der Bilanz auftauchen, kann dem Finanzierer dafür kein Gegenwert als Sicherheit geboten werden. Nicht selten liegen keine Sicherheiten vor und das Eigenkapital ist zur Entwicklung des Prototyps eingesetzt worden, was eine Finanzierung mit Banken nahezu unmöglich macht. Eine Lösung kann hier Risikokapital sein. Um an Risikokapital zu gelangen, gibt es vor allem drei Wege: Business Angel, Venture Capital und Crowdfunding.

Ein Business Angel ist vor allem für Gründer interessant, die noch nicht viel mehr als eine Idee oder einen Prototyp haben. "Engel" heißen sie, weil sie aus dem Hintergrund helfen und sich kümmern - zum einen mit Geld, zum anderen mit Erfahrung und Kontakten.

Ähnlich wie bei den Business Angels gilt Deutschland auch in Sachen Venture Capital noch als Entwicklungsland, auch wenn sich hier derzeit eine äußerst positive Entwicklung einstellt.[2] Venture Capital ist runtergebrochen eine Form der Entwicklungshilfe für eine Unternehmensidee. Ein sogenannter Venture-Capitalist finanziert ein junges Unternehmen in dem Wissen, dass das Unternehmen scheitern kann und er sein investiertes Geld verliert. Daher wählen Venture-Capitalists ihre Investments entsprechend bedacht aus. Das Ziel von VCs ist die Maximierung des eingesetzten Geldes. Laut einer aktuellen Studie von EY wurden im ersten Halbjahr 2019 knapp 2,6 Mrd. an Risikokapitalinvestitionen in deutsche Startups getätigt. [3]

Zum Vergleich: In den USA waren es 2010 mehr als 12 Mrd. Dollar (9,3 Mrd. Euro), zu Zeiten des New-Economy-Booms im Jahr 2000 sogar 104,7 Mrd. Dollar (80,4 Mrd. Euro). Experten sprechen deshalb seit Jahren von einer "Finanzierungslücke" in Deutschland. Die Risikokapital-Fonds müssen möglichst hohe Renditen erzielen, und ihre Manager werden daran gemessen, wie geschickt und effektiv sie das Risikokapital einsetzen. Geht es bei den Business Angels neben dem Geld um die persönliche Bindung, zielen die VCs ausschließlich auf Rendite ab.

Vergleichsweise jung bzw. erst seit ein paar Jahren auf dem Markt, ist dagegen das Konzept des Crowdfundings (Schwarmfinanzierung). Diese Finanzierungsform kommt aus den USA; die Internet-Plattform „Kickstarter“ hat sie groß gemacht, insbesondere für Kultur- und Medienprojekte. Seit einigen Jahren aber bieten sich auch für Gründer in Deutschland ähnliche Finanzierungschancen. Das Prinzip: Über die entsprechenden Websites können die Gründer sich und ihr Geschäftskonzept vorstellen, und Nutzer können dann Unternehmensanteile kaufen, wenn ihnen die Idee gefällt. Schon ab
beispielsweise 250 EUR sind Investoren dabei. Auf diesem Weg ist es den Gründern möglich, innerhalb von wenigen Stunden Gelder einzusammeln.[4]

 

Fazit: Startup ist also nicht gleich Startup. Generiert das Unternehmen bereits Umsätze und kann auf Vergangenheitszahlen verweisen, ist es deutlich leichter, ein Darlehen bei der Bank zu erhalten. Auch Sicherheiten und vorhandenes Eigenkapital erhöhen die Chancen, Gelder von der Bank zu erhalten. So muss nicht zwangsläufig auf einen (teuren) Investor gesetzt werden. Schwieriger haben es da Unternehmen, die noch ganz am Anfang stehen. Hier kann ein Investor oder ein Business Angel die richtige Lösung sein. Nichtsdestotrotz ist und bleibt am wichtigsten, dass Gründerperson und Konzept überzeugen.

 

 

Finanzierungsvolumen 2019

eingeholte
Zuschüsse

302.200 €

eingeholte Zuschüsse Icon
aktuell in Bearbeitung

1.003.800 €

Vorjahr

212.000 €

vermitteltes
Finanzierungsvolumen

1.047.000 €

vermitteltes Volumen Icon
aktuell in Bearbeitung

11.695.000 €

Vorjahr

8.397.000 €

vermitteltes
Investorenkapital

897.475 €

vermitteltes Investorenkapital Icon
durchschnittlicher Zins

9,0 %

Vorjahr

926.500 €

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Talweg 2
24960 Glücksburg

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