Finanzierung für Unternehmen im Wandel

Jeder Unternehmer kennt das – die Darlehensanfrage bei der klassischen Hausbank ist meist ein langwieriger Prozess. Dem gegenüber stehen FinTech Unternehmen, welche mit einer aggressiven Marketingpolitik und automatisierten Entscheidungswegen Schnelligkeit und Kundennähe versprechen. Die haben auch große Banken entdeckt. So plant die ING-DiBa das Fintech Lendico zu kaufen und plant damit bis 2022 zum fünftgrößten Firmenkreditinstitut in Deutschland zu werden. Die Prüfung des Kaufs liegt derzeit beim Bundeskartellamt.

Dieser Gedankengang, der Kauf von FinTechs durch etablierte Banken, wird direkte Auswirkungen auf den Markt haben. Unternehmer sollten dies daher beobachten um sich bereits jetzt darauf vorzubereiten. Strategisches Ziel für jeden Unternehmer sollte die Unabhängigkeit von der Hausbank sein. Eine Erweiterung der Gruppe der Finanzierer ist nur zu empfehlen.

Das A und O sollte jedoch der Blick auf die eigene Bonität (https://concept-nord.de/aktuelles/newsblog/boenitaet-und-zinsen-bei-kreditaufnahme-gibt-es-da-einen-zusammenhang) bleiben – denn umso besser die Bonität, desto interessanter ist das Unternehmen für Finanzierer.

Doch was kann jetzt bereits aufgegriffen werden:

1. Crowdfunding (bereits beschrieben im CN-Blog (https://concept-nord.de/aktuelles/newsblog/crowdfunding-1))

Crowdfunding wächst. Dies hat aus unserer Sicht zwei Gründe. Einerseits sind die Prozesse im klassischen Bankensystem sehr zäh und langwierig. Andererseits bekommen Anleger aufgrund der aktuellen Zinslage keine oder nur eine sehr geringe Rendite. Somit ist der deutsche Crowdfunding Markt gemäß einer Studie der Universität Cambridge in 2016 auf 321 Millionen EUR angewachsen. Das ist ggü. 2015 ein Zuwachs um 23%.

Crowdfunding bietet den Unternehmern schnelle Kreditentscheidungen und steigert die Unabhängigkeit von der Hausbank. Aktuell überschreiten die über diesen Weg eingeworbenen Finanzmittel nur selten die 100 TEUR Grenze. Entscheidend beim Einwerben ist die Eigendarstellung des Vorhabens und der eigenen Firma.

  1. Optimierung der eigenen Konditionen

Wer überprüft schon regelmäßig seine bestehenden Darlehensverträge? Hier schlummern Möglichkeiten der Optimierung. Anpassung der Zinsen, Umfinanzierung und frühere Ablösung sind nur einige Stichpunkte, die einem dabei in den Sinn kommen sollten. Das nach der Analyse anstehende Bankgespräch sollte aber intensiv vorbereitet werden.

  1. Schuldscheine

Im Finanzierungsmix nehmen Schuldscheindarlehen einen immer größeren Anteil ein. Gemäß der Landesbank Baden Württemberg betrug das Volumen zum Ende des Jahres 2017 27 Milliarden EUR. Aktuell hat die Rewe Gruppe eine Emission über knapp 1 Milliarde EUR platziert, verteilt auf Laufzeiten von drei bis sechs Jahren.  

  1. Innere Refinanzierung

Schon mal über das Bindungsinstrument für Mitarbeiter Altersvorsorge nachgedacht? Bestimmt. Aber auch über eine pauschaldotierte Unterstützungskasse? Damit wird vom Unternehmen für die Mitarbeiter eine Betriebsrente angespart, mit Vorteilen in Sozialversicherung und bei den Steuern. Das angesparte Kapital kann allerdings bis zur Ausschüttung für die Firma verwandt werden. Das Risiko ist hier, dass der zugesagte Zins von 1,25% bis 1,75% auch erwirtschaftet werden muss. 

Weitere Ideen/Aspekte:

  • Factoring
  • Finetrading
  • Steuern sparen durch Investitionsabzugsbetrag
  • Anlagegüter regelmäßig auf Nutzungsgrad prüfen – eventuell veräußern
  • Optimierung des Lagers/Warenumschlagshäufigkeit analysieren
  1. Die Zinsen werden steigen

Zu dem Thema gibt es keine zwei Meinungen. Die Zinsen werden steigen, jedoch wann ist die Frage. Die Tendenz zeichnet sich bereits jetzt schon ab. Seit Mitte 2017 sind die Zinsen für langfristige Kredite um 0,4% gestiegen.

 

Finanzierungsvolumen 2018

eingeholte
Zuschüsse

1.215.800 €

eingeholte Zuschüsse Icon
vermitteltes
Finanzierungsvolumen

2.086.000 €

vermitteltes Volumen Icon
vermitteltes
Investorenkapital

500.000 €

vermitteltes Investorenkapital Icon