Krankenversicherung für Gründer

Bei einer Gründung macht man sich über unendlich viele Sachen Gedanken, im Vordergrund stehen hier meist die Fragen, wie erste Kunden akquiriert werden können oder die Bekanntheit erhöht werden kann. Dies muss natürlich organisiert werden, nicht unwichtig ist jedoch ebenfalls, ob ich als Gründer gesetzlich oder privat krankenversichert sein will.

Gesetzlich oder privat?

Diesbezüglich gibt es leider eine etwas ernüchternde Antwort – die ideale Versicherungslösung für Gründer gibt es nicht, denn je nach Gegebenheiten passen auf jeden Gründer andere Möglichkeiten für eine gute Strategie bei der Krankenversicherung.

Zunächst sollte geklärt sein, ob die Selbstständigkeit in Voll- oder Teilzeit ausgeübt wird.

Wird die Selbstständigkeit in Teilzeit ausgeübt, muss man sich nicht ummelden. Voraussetzung ist jedoch, dass man hauptberuflich in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist. Das Nebeneinkommen der Selbstständigkeit darf das Einkommen aus der Einstellung nicht übersteigen. Ähnlich verhält sich dies mit dem zeitlichen Aufwand, dieser darf nicht über 18 – 20 Stunden wöchentlich liegen. Werden Mitarbeiter beschäftigt, so wird die Selbstständigkeit automatisch als Hauptberuf gewertet. Dies gilt nicht für Aushilfen, solange diese in der Summe unter 450 EUR liegen.

Vorsicht ist geboten!

Wird zunächst nebenberuflich gegründet und man ist gesetzlich versichert, das Geschäft entwickelt sich aber so positiv, dass der Zeitaufwand oder das Einkommen die Grenzen überschreiten, kann die Krankenkasse die Selbstständigkeit als hauptberuflich werten, wodurch nachträglich Beiträge fällig werden. Hier sollte man also besonders aufpassen und im Zweifelsfall prüfen lassen, ob die Bedingungen für eine nebenberufliche Tätigkeit (noch) gegeben sind.

Ist man bereits vor der Gründung privat krankenversichert, bleibt man weiterhin privat versichert.

GKV oder PKV?

Vor allem die gesetzliche Krankenversicherung bietet Familien einige Vorteile, so können die Kinder und Partner kostenfrei mitversichert werden (bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ist dies nur möglich, wenn der Partner nicht mehr als 450 EUR verdient). Dies ist bei der privaten Krankenversicherung nicht der Fall.

Darüber hinaus ist bei der gesetzlichen Krankenversicherung kein Gesundheitscheck für die Aufnahme nötig und die Beiträge bleiben auch für ältere Gründer kalkulierbar. Wenn die Einnahmen sinken, sinken automatisch auch die Beiträge.

Zu den Nachteilen gehören u.a. Zuzahlungen zu Medikamenten oder bei Zahnersatz. Außerdem finden ärztliche Behandlungen nur durch Vertragsärzte statt.

Aber auch die private Krankenversicherung bietet einige Vor- und Nachteile.

Zu den wohl größten Vorteilen gehören die schnelle Behandlung in vollen Praxen sowie bessere Leistungen. Darüber hinaus haben Privatversicherte freie Arzt- und Krankenhauswahl. Insbesondere junge, gesunde und kinderlose Personen zahlen in der privaten Krankenversicherung weniger als in der gesetzlichen Versicherung. Es ist ebenfalls möglich, die private Krankenversicherung weitestgehend auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen, hier gehören beispielsweise Zahn- oder Brillentarife zu.

Allerdings ist es nur unter bestimmten Bedingungen möglich, aus der privaten Krankenkasse in die gesetzliche Kasse zu wechseln, sobald man diese abgeschlossen hat. Hat man darüber hinaus eine Vorerkrankung, ist es schwieriger, eine passende Versicherung zu finden, denn Vorerkrankungen führen zu höheren Kosten.

Wichtig: Krankengeld

Ein ebenfalls nicht unerheblicher Punkt ist das Krankengeld. Dies ist für Gründer und Selbstständige oft die einzige Absicherung gegen einen krankheitsbedingten Ausfall.

Bei der GKV kann das gesetzliche Krankengeld als Wahltarif vereinbart werden. So erhalten freiwillig Versicherte ab dem 43. Krankheitstag 70% des regelmäßig erzielten Bruttoentgelts, maximal jedoch 105,88 EUR am Tag. Dies kann sogar bis zu 78 Wochen bezahlt werden und ist steuerfrei. Hinzu kommt, dass die Arbeitsunfähigkeit vorher festgestellt werden muss. Bei Krankheit bis zum 43. Krankheitstag bieten die Krankenkassen in der Regel zusätzliche Wahltarife an.

Krankentagegeld

Falls keine gesetzliche Krankengeldversicherung besteht, ist es in jedem Fall sinnvoll, eine private Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Die Krankentagegeldversicherung kann sowohl als Erweiterung der PKV zum Einsatz kommen, sie kann aber auch zusätzlich zur GKV abgeschlossen werden. Auch hier muss die Arbeitsunfähigkeit vorher von einem Arzt bestätigt werden. 

Kosten

Die Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung belaufen sich auf 14,0% (plus Zusatzbeitrag). Bemessungsgrenze ist hier das Einkommen, wenn dies zwischen
1.038,38 EUR und 4.537,50 EUR liegt. Liegt es über der Höchstgrenze, wird der Mehrbetrag nicht berücksichtigt. Parallel funktioniert dies mit einem Betrag, der unter 1.038,38 EUR liegt.

Bei der privaten Krankenversicherung werden die Kosten individuell berechnet.

Fazit

Um letztendlich herauszufinden, welche Variante besser zu einem Gründer passt, sollte man also zunächst die grundlegenden Unterschiede kennen.

Die private Krankenversicherung ist für junge, gesunde und kinderlose Gründer zwar günstiger, plant man in Zukunft jedoch, eine Familie zu gründen, können hier bei der gesetzlichen Krankenversicherung die Kinder kostenfrei mitversichert werden. Das ist bei der privaten Krankenversicherung nicht der Fall.

Darüber hinaus sind die Leistungen in den gesetzlichen Versicherungen alle sehr ähnlich, wohingegen bei der privaten Versicherung die Leistungen weitestgehend individuell angepasst werden können.

 

 

Starting Up, 03/2019, S. 44 - 46

Finanzierungsvolumen 2020

eingeholte
Zuschüsse

302.200 €

eingeholte Zuschüsse Icon
aktuell in Bearbeitung

1.003.800 €

Vorjahr

212.000 €

vermitteltes
Finanzierungsvolumen

1.047.000 €

vermitteltes Volumen Icon
aktuell in Bearbeitung

11.695.000 €

Vorjahr

8.397.000 €

vermitteltes
Investorenkapital

897.475 €

vermitteltes Investorenkapital Icon
durchschnittlicher Zins

9,0 %

Vorjahr

926.500 €

Concept Nord Unternehmensfinanzierungs GmbH

Glücksburger Zentrale
Talweg 2
24960 Glücksburg

Betriebsstätte in Husum
Markt 10-12
25813 Husum