Wie war das noch mit den Frauen in der Gründerszene?

Lange nicht mehr so stark wie früher, aber immer noch auffällig – die Gründerszene wird weiterhin von Männern dominiert. Der Anteil von Frauen liegt lediglich bei 15,1%, trotz eines kontinuierlichen Anstieges in den letzten Jahren. Dies ist aber nicht nur in Deutschland der Fall, auch im internationalen Vergleich ist die Quote eher gering, so liegt sie in London ebenfalls bei nur 15%, im Silicon Valley bei knapp 16% und in Tel Aviv sind es sogar nur 8%. Es scheint also besondere Herausforderungen für Frauen zu geben.

Welche Werte haben Gründerinnen und wo genau liegen ihre Herausforderungen?

Es gilt zunächst zu beachten, dass Frauen in der Regel andere Werte und Intentionen mit ihrer Gründung verfolgen. Sie gründen vor allem aufgrund von sozialen Themen und haben weniger ökonomische Motive, im Gegensatz zu männlichen Gründern. Frauengeführte Startups sind zudem eher weniger im technischen Bereich tätig, sie sind eher „analog“ vertreten. Bei ihnen steht die Stabilität des Unternehmens im Vordergrund, wohingegen das Wachstum eher im Hintergrund steht. Daher werden hier Profitabilität, Kapitalbeschaffung und Liquidität häufiger als Herausforderung angegeben als bei Männerteams. Diese beantworteten eher die Produktentwicklung und Personalgewinnung als Herausforderung.

Was ist eigentlich „Typisch Gründerin“?

Die meisten weiblichen Gründer sind in der Regel in ihren 30ern, der Durchschnitt liegt bei etwa 35 Jahren. Weiter können sie eine Berufserfahrung von 8,9 Jahren vorweisen, welche im Vergleich ein Jahr länger als bei männlichen Gründern ist.

Sie haben meist studiert. Hier kommen betriebswirtschaftliche Studiengänge etwa gleich oft bei Männern und Frauen vor, das Aufkommen spaltet sich jedoch vor allem bei Informatik- oder Mathematikstudiengängen Richtung Männer. Frauen liegen hingegen bei Sozialwissenschaften oder im künstlerischen Bereich vorne. Dementsprechend spalten sich die Geschäftsfelder der Startups. Gründungen in der angewandten bzw. der technischen IT oder der Technologieentwicklung sind ca. 3x so oft von Männern vertreten wie von Frauen. Auf der anderen Seite bieten Frauen 4x so häufig wie Männer analoge – nicht digitale – Dienstleistungen an.

Warum gründen Frauen?

Tatsächlich sind die Motive der Frauen ähnlich der Motive der Männer. So beantwortete ein Großteil, dass sie die Herausforderung suchen, aber auch unabhängig sein möchten. Eine ebenfalls zentrale Rolle spielt die Anerkennung. In einem Punkt unterscheiden sich jedoch Frauen und Männer. So beantworteten 52% der Männer, dass Wohlstand ein Gründungsmotiv sei. Dies bejahten allerdings nur 36,8% der Frauen.

Wie finanzieren sich weiblich geführte Startups?

Eines der zentralsten Themen bei Startups ist die Finanzierungsbeschaffung. Die Studie zeigt, dass sich knapp 85% der Frauen und knapp 80% der Männer ihre Startups eigenfinanzieren. Während weibliche Gründer eher auf Familie und Freunde zurückgreifen, spielen vor allem bei männlich geführten Startups Business Angels, Venture Capital Geber, aber auch staatliche Fördermittel eine wichtige Rolle. Diese drei Formen der Finanzierung sind in der Regel eher mit einem hohen Investitionsvolumen verbunden.

 

Es bleibt also festzuhalten, dass sich Männer und Frauen in einigen Punkten gar nicht so stark unterscheiden, wie beispielsweise bei den Gründungsmotiven. Unterschiede gibt es aber vor allem bei den Formen der Finanzierung, dem Geschäftsfeld und auch bei den Werten. Wohingegen es weiblichen Gründern eher auf die Stabilität ihres Unternehmens ankommt, legen männliche Gründer einen Fokus auf das Wachstum, meist verbunden mit einer höheren Finanzierungssumme, die nicht von Familie oder Freunden getragen werden kann.

Finanzierungsvolumen 2020

eingeholte
Zuschüsse

302.200 €

eingeholte Zuschüsse Icon
aktuell in Bearbeitung

1.003.800 €

Vorjahr

212.000 €

vermitteltes
Finanzierungsvolumen

1.047.000 €

vermitteltes Volumen Icon
aktuell in Bearbeitung

11.695.000 €

Vorjahr

8.397.000 €

vermitteltes
Investorenkapital

897.475 €

vermitteltes Investorenkapital Icon
durchschnittlicher Zins

9,0 %

Vorjahr

926.500 €